Ausstellung "Eichwalde auf hist. Dokumenten"...

Ausstellung im Rathaus ab 15. März

Pressemitteilung

125 Jahre Eichwalde – historische Dokumente berichten

Im Rathaus Eichwalde, Grünauer Straße 49, 15732 Eichwalde, eröffnet am 15.03.2018 um 17.30 Uhr eine Ausstellung, die sich mit den ersten Jahrzehnten seit der Gründung des Ortes im Frühjahr 1893 beschäftigt. Die Ausstellung liegt in den Händen der Arbeitsgemeinschaft Ortsgeschichte und des Ortschronisten und wird von der Gemeinde Eichwalde unterstützt.
„Eichwalde auf historischen Dokumenten“, so heißt die Ausstellung. Die Bezeichnung sagt bereits, worum es bei den Exponaten geht. Zu sehen ist eine Fülle historischer Dokumente: Alte Landkarten und Stadtpläne, historische Schriftstücke sowie Fotographien und zeitgenössische Ansichtskarten, die Unbekanntes, aber auch Vertrautes zeigen.
Die älteste Karte stammt aus dem Jahr 1665. Sie zeigt die Region, in der mehr als 200 Jahre später Eichwalde gegründet wurde, zu Zeiten des „Großen Kurfürsten“. Eine Karte aus dem Jahr 1774 weist die nähere und fernere Umgebung des späteren Eichwalde als königliches Jagdgebiet aus. Damals regierte Friedrich II, der „Alte Fritz“.
Im Jahr 1895, also zwei Jahre nach der Gründung Eichwaldes, war die Gemeinde noch im „Werden“ begriffen. Das zeigt eine Ortskarte aus eben jenem Jahr 1895. Bezeichnenderweise ist sie mit „General-Parzellierungs-Plan“ überschrieben. Dieser Plan zeigt die Grundstücksaufteilung des Ortes, die in Teilen der Gemeinde noch gar nicht oder nicht abschließend erfolgt war. Hoch interessant dabei: Die auf dieser Karte eingezeichneten Grenzen der Gemeinde entsprechen exakt den heutigen. Während sich manche Orte im Laufe der Zeit „ausdehnen“ konnten, ging das bei Eichwalde nie.
Als kleine Kostbarkeit darf man einen Eichwalde-Bauplan aus dem Jahr 1912 ansehen. Der wurde zwar nie umgesetzt, wohl nicht zuletzt wegen des Ersten Weltkrieges, hatte aber einen namhaften Schöpfer: Bruno Taut. Der ist schlicht als „Architekt in Berlin“ ausgewiesen. Damals war sein Name noch nicht weithin bekannt.
Die jüngste in dieser Ausstellung gezeigte Karte stammt aus dem Jahr 1938. Zu dieser Zeit entsprachen der Verlauf der Straßen und die Lage der Plätze dem Bild, was uns auch heute vor Augen steht. Die Gemeindestruktur war „ausgereift“, fand bis heute nur noch in Details Veränderungen.
Der großartige Schauwert, den die Ausstellung bereits durch die Karten erhält, wird noch gesteigert durch die Vielzahl weiterer historischer Dokumente. Da gibt es etwa eine mit der Jahreszahl 1905/06 datierte Bauzeichnung der Evangelischen Kirche nebst dem Orgelbauvertrag von 1908 für die berühmte Parabrahm-Orgel, die einzige weltweit noch existierende Orgel ihrer Art. Zu den Kostbarkeiten aus der Anfangszeit des Ortes gehören auch ein Foto zur Grundsteinlegung der Katholischen Kirche, eine Festurkunde zur Einweihung des Schulbaus in der Bahnhofstraße sowie zeitgenössische amtliche Veröffentlichungen und vieles mehr.
Als absoluter Knüller dürften zwei Dokumente von höchster Bedeutung gelten, welche die Gründung des Ortes Eichwalde in ihrer Endspurtphase besiegelten. Das sind einmal ein Schreiben des Preußischen Innenministers, Botho August Wendt Graf zu Eulenburg-Wicken an Kaiser Wilhelm II., in dem Letzterer gebeten wird, der Gründung des Ortes zuzustimmen. Dann ist das nur wenige Tage später datierte Antwortschreiben des Kaiser mit der Bewilligung der Ortsgründung zu sehen. Das Datum, das dieses Schreiben trägt, der 20. 03. 1893, gilt als das der Ortsgründung.
Parallel zu der Ausstellung im Rathaus wird im Heimatarchiv eine Vortragsreihe zur Geschichte der Gemeinde Eichwalde laufen. Und gewissermaßen als gedruckte Version der Ausstellung erscheint in der Schriftenreihe „Zur Geschichte der Gemeinde Eichwalde“ eine Broschüre, die von den Schwerpunkten der Exposition im Rathaus lebt.

Gründungsurkunde von Kaiser-Wilhelm 1893

General Parzellierungsplan von 1895